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  • Erstes Netzwerktreffen der ILE-Kommunen in Schwaben

    • Erstellungsdatum: 04.11.2019
Die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. In Schwaben gibt es vom Ries bis ins Allgäu mittlerweile zehn solcher „Integrierten Ländlichen Entwicklungen (ILE)“. Im Holzwinkelsaal in Welden fand jetzt die erste „schwäbische Zusammenkunft“ dieser kommunalen Allianzen mit rund 50 Bürgermeistern, ILE-Projektmitarbeitern und Planern statt. Sich kennenzulernen, auszutauschen und zu erfahren, wie andere vorgehen war das Ziel der Veranstaltung in Welden. Behördenleiter Christian Kreye vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben bezeichnete die anwesenden Vertreter dieser „Gemeindebündnisse“ als Macher, die mit ihren Ideen und ihrem Handeln den ländlichen Raum voranbringen. Mittlerweile sei ein großer Schatz von Erfahrungen mit interkommunaler Zusammenarbeit entstanden. „Sie sind mutig, weil Sie das nicht nur auf ihren eigenen Verantwortungsbereich beschränkt tun, sondern die Möglichkeit sehen, zusammen mit anderen mehr oder Besseres zu erreichen“, sagte Kreye. Jeder müsse seinen Weg gehen, aber nicht jeder das Rad neu erfinden. Der Behördenleiter betonte dabei, dass es sehr wichtig sei, über die eigene Gemeindegrenze hinauszuschauen. „Wenn es Sinn macht, lohnt es sich, auch unterhalb der Gebietskulisse eines Landkreises Themen gemeinsam zu bearbeiten“, so Kreye.

Das Amt für Ländliche Entwicklung könne dabei konzeptionell, strategisch, fachlich, instrumentell und finanziell unterstützen. Wie, das erfuhren die Teilnehmer in Welden durch Baudirektor Ludger Klinge. “Wenn es uns gelingt, sie miteinander ins Gespräch zu bringen, die eine oder andere Telefonnummer auszutauschen und wenn Sie nur mit einer guten Idee nach Hause gehen, dann ist das Ziel der Veranstaltung erreicht“, sagte der Behördenleiter. An Praxisbeispielen mangelte es im Holzwinkelsaal nicht. Weldens Bürgermeister Peter Bergmeir gab einen Einblick, wie in der Integrierten Ländlichen Entwicklung Holzwinkel-Altenmünster die Zusammenarbeit im Rahmen einer Umsetzungsbegleitung mit ILE-Managerin Simone Hummel funktioniert. In Schwaben war dies die erste kommunale Allianz, die mit finanzieller staatlicher Unterstützung über eine „Kümmerin“ den Prozess begleitet und Projekte vorantreibt. Innenentwicklung im Auerbergland, soziale Projekte im mittleren Ries, die Stärkung der Naherholung und Tourismus in der Alpenmodellregion Weitnau/Missen-Wilhams, gewerbeorientierte Projekte im Holzwinkel oder die Möglichkeiten einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit in Lech-Wertach waren interessante Kurzvorträge und Beispiele bei dieser Zusammenkunft. „Bleiben Sie dran und blicken weiterhin über den eigenen Tellerrand“, so abschließend Abteilungsleiter Max Lang. Nur so gelinge es, die Region attraktiv zu halten und für die Zukunft zu rüsten.

Integrierte Ländliche Entwicklung.
In einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) arbeiten zwei oder mehr Gemeinden nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ freiwillig zusammen. Das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben unterstützt dabei die Zielsetzungen der Gemeinden auf der Planungsebene durch ein Konzept, um die Entwicklungsaktivitäten zu koordinieren. In diesem Konzept werden die verschiedensten Handlungsfelder der Gemeinden analysiert, Ziele definiert und Projektvorschläge erarbeitet. Anschließend können die Gemeinden staatliche Unterstützung erhalten für die Einstellung von Personen, die sich um die tatsächliche Realisierung dieser interkommunalen Projekte kümmern. Die Steigerung der Lebens- und Standortqualität in der Region und die damit verbundenen Entwicklungsimpulse für jede Einzelgemeinde sowie für den Gemeindeverbund sind wichtige Vorteile des gemeinsamen Handelns. In Bayern gibt es über 100 solcher Zusammenschlüsse, in Schwaben mittlerweile 10, bald elf. Im Bereich Lech-Wertach handelt es sich sogar um einen Zusammenschluss über die Bezirksgrenzen hinweg. Die ILE`s in Schwaben:
Nordries (Ehingen, Fremdingen, Maihingen, Marktoffingen und Wallerstein), Syrgenstein (Bachhagel, Syrgenstein und Zöschingen), Egautal (Mödingen, Wittislingen und Ziertheim), Iller-Roth-Biber (Buch, Illertissen, Kellmünz, Oberroth, Osterberg, Roggenburg und Unterroth), Bayerisches Illertal (Boos Fellheim, Heimertingen, Niederrieden und Pleß), Mittleres Ries (Alerheim, Deiningen und Wechingen), Holzwinkel-Altenmünster (Adelsried, Altenmünster, Bonstetten, Emersacker, Heretsried und Helden), Lech-Wertach (Hurlach, Igling, Obermeitigen, Amberg, Hiltenfingen, Lamerdingen und Langerringen), Auerbergland (Lechbruck, Rieden, Roßhaupen, Stötten a. Auerberg), Alpenmodellregion (Missen-Wilhams und Weitnau), in Planung: VG Pfaffenhausen (Breitenbrunn, Oberrieden, Pfaffenhausen und Salgen




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